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Digitale Transformation

Hotel CRM: Warum Gästedaten mehr wert sind als die nächste Kampagne

Die meisten Hotels haben kein Reichweitenproblem, sondern ein Datenproblem. Was ein CRM vom PMS unterscheidet, wo der größte Hebel liegt und wann sich der Aufwand nicht rechnet.

Kogge Digitalagentur··5 min Lesezeit
Rezeptionistin begrüßt eine wiederkehrende Familie mit Hund an der Hotelrezeption

Die meisten Hotels, mit denen wir sprechen, haben kein Reichweitenproblem. Sie haben ein Datenproblem. Die Adressen liegen im PMS, die Newsletter-Empfänger in Mailchimp, die Vorlieben der Stammgäste im Kopf der Rezeptionsleitung und die Angebotshistorie irgendwo im Postfach der Reservierung. Jede dieser Quellen ist für sich genommen brauchbar. Zusammen ergeben sie kein Bild, sondern vier Bilder, die sich widersprechen.

Genau an dieser Stelle setzt ein Hotel CRM an. Nicht als weiteres Tool im Stack, sondern als die Schicht, die Gästedaten zusammenführt und wieder nutzbar macht.

Der Unterschied zum PMS

Ein PMS weiß, wer wann in welchem Zimmer geschlafen hat und was das gekostet hat. Das ist operativ korrekt und für Marketing weitgehend nutzlos. Ein PMS-Profil kennt Stammdaten und Buchungen, mehr nicht.

Ein CRM zieht diese Daten über eine Schnittstelle heraus und ergänzt sie um alles, was danach passiert: Antworten aus Pre-Stay-Umfragen, Feedback nach der Abreise, welche Angebote geöffnet und welche ignoriert wurden, ob jemand auf den Newsletter reagiert. Aus diesen Quellen entsteht ein Profil, das nicht nur beschreibt, was war, sondern erlaubt, den nächsten Schritt zu planen.

Der praktische Effekt zeigt sich weniger im Marketing als an der Rezeption. Wenn beim Check-in klar ist, dass die Familie im Doppelzimmer einen Hund dabei hat, das Kind Erdnussallergie hat und der letzte Aufenthalt zwei Jahre zurückliegt, dann muss niemand mehr danach fragen. Das ist der Unterschied zwischen einem korrekt abgewickelten Aufenthalt und dem Gefühl, erwartet worden zu sein.

Mitarbeiterin an der Rezeption sieht ein Gastprofil mit Vorlieben und Markierungen auf dem Bildschirm

Segmentierung schlägt Reichweite

Der klassische Hotel-Newsletter geht an alle. Alle bekommen dasselbe Sommerangebot, unabhängig davon, ob sie im Januar zum Skifahren kommen oder seit drei Jahren nicht mehr gebucht haben. Die Öffnungsrate liegt dann bei zwölf Prozent, und niemand weiß so recht, woran es liegt.

Mit sauber segmentierten Gästedaten ändert sich die Logik. Geschrieben wird nicht mehr an die Liste, sondern an inaktive Stammgäste, an Familien mit schulpflichtigen Kindern, an Spontanbucher aus dem Umkreis von 200 Kilometern. Smart Host, mit dem wir als Partner zusammenarbeiten, gibt für die über die Plattform versendeten Kampagnen der letzten zwei Jahre eine durchschnittliche Öffnungsrate von 38 Prozent an. Der Wert ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis davon, dass die Nachricht zum Empfänger passt.

Interessanter als der Newsletter sind ohnehin die automatisierten Strecken. Eine Pre-Stay-Mail, die zehn Tage vor Anreise Wünsche abfragt und dabei den Wellnessbereich oder das Kandidatenmenü im Restaurant anbietet, ist Upselling, ohne dass es sich so anfühlt. Eine Post-Stay-Umfrage, die kritisches Feedback intern abfängt und zufriedene Gäste gezielt auf Google oder HolidayCheck leitet, verbessert die Bewertungsbasis, ohne dass jemand darum bitten muss. Beides läuft einmal eingerichtet ohne weiteres Zutun.

Das Angebot ist der unterschätzte Hebel

Bei Ferienhotels und Häusern mit hohem Anfrageanteil liegt der größte Zeitfresser meist nicht im Marketing, sondern in der Reservierung. Jede Anfrage wird manuell beantwortet, Verfügbarkeiten werden im PMS geprüft, Preise abgetippt, Texte aus alten Mails kopiert. Zwanzig Minuten pro Angebot sind keine Seltenheit, und ein relevanter Teil dieser Angebote wird nie beantwortet.

Ein Hotel CRM mit angebundenem Angebotsmodul dreht das um. Live-Verfügbarkeit aus dem PMS, ein modularer Baukasten für Zimmer und Extras, Vorlagen im eigenen Design, Erinnerungen automatisch nach drei und nach sieben Tagen. Smart Host nennt als Richtwert weniger als eine Minute pro Angebot und gibt an, dass so erstellte Angebote mehr als doppelt so häufig gebucht werden wie klassische Angebote per E-Mail. Der Grund dafür ist weniger Technik als Präsentation: Der Gast sieht eine kleine Website mit Bildern, buchbaren Extras und Bezahloption statt eines PDF-Anhangs mit Preistabelle.

Person betrachtet ein bebildertes Hotelangebot auf dem Smartphone statt eines PDF-Anhangs

Wer parallel zu den OTAs Direktbuchungen aufbauen will, findet hier den kürzesten Weg. Die Buchungsportale bleiben ein sinnvoller Kanal für Sichtbarkeit und Erstkontakt. Was danach passiert, gehört dem Haus, und ein CRM ist das Werkzeug, mit dem sich der zweite Aufenthalt tatsächlich anstoßen lässt.

Messen, was das PMS nicht zeigt

Reporting ist der Punkt, an dem viele Hotelprojekte auslaufen. Kampagnen werden verschickt, Angebote geschrieben, aber niemand kann sagen, welcher Umsatz woraus entstanden ist.

Ein CRM mit eigenem Analytics-Bereich schließt diese Lücke, weil es Buchungs-, Gäste- und Kampagnendaten miteinander verknüpft. Sichtbar wird nicht nur, dass gebucht wurde, sondern über welche Kampagne, mit welchem Angebot und aus welchem Segment. Bei Smart Host ist das in vier Bereiche gegliedert, von Reservierungen und Umsätzen über Herkunft und Demografie der Gäste bis zu Öffnungs- und Klickraten samt generiertem Umsatz pro Mailing. Die Reports lassen sich exportieren, was spätestens beim Reporting an die Geschäftsführung oder an Investoren relevant wird.

Die unbequeme Voraussetzung

Ein CRM ist nur so gut wie die Daten, die hineinlaufen. In der Praxis heißt das: Doppelprofile, weil derselbe Gast dreimal mit unterschiedlicher Schreibweise angelegt wurde. Sammeladressen wie info@ oder buchung@ statt echter Gästemailadressen. Fehlende Einwilligungen für den Newsletterversand. Vorlieben, die nirgends dokumentiert sind, weil sie im Kopf einer Kollegin liegen, die seit zwei Jahren nicht mehr im Haus ist.

Bevor die Softwareauswahl beginnt, lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick auf drei Fragen. Wie viele der Gastprofile enthalten eine persönliche E-Mail-Adresse? Für wie viele davon liegt eine dokumentierte Marketing-Einwilligung vor? Und werden Vorlieben und Notizen heute systematisch erfasst oder nur, wenn jemand daran denkt?

Wenn die Antworten unbefriedigend ausfallen, ist das kein Argument gegen ein CRM, sondern eines für ein sauberes Onboarding. Gute Anbieter unterstützen bei der Bereinigung, und der Aufwand fällt einmal an. Ohne diesen Schritt bleibt jede Automatisierung Kosmetik über einem Datenbestand, dem niemand traut.

Wann sich der Aufwand nicht lohnt

Ein CRM rechnet sich über Wiederkehr und über Anfragevolumen. Ein Stadthotel mit hohem Geschäftsreiseanteil, kurzen Aufenthalten und fast ausschließlich Onlinebuchungen ohne Anfragestrecke hat weniger davon als ein Ferienhotel mit langer Buchungsvorlaufzeit und einer Stammgastquote von 40 Prozent. Häuser mit weniger als etwa 2.000 verwertbaren Gastprofilen sollten zuerst in die Datenerfassung investieren und dann über Software sprechen.

Ebenfalls ehrlich: Ein CRM ersetzt keine Positionierung. Wenn unklar ist, wofür ein Haus steht und an wen es sich richtet, dann wird am Ende nur Beliebigkeit segmentiert.

Wo die Kogge einsteigt

Wir sind kein CRM-Anbieter und verkaufen keine Lizenzen. Was wir machen, ist die Arbeit drumherum: die Website so aufbauen, dass Anfragen und Newsletter-Anmeldungen sauber im richtigen System landen, Tracking und Consent so einrichten, dass die Zahlen im Reporting stimmen, Schnittstellen zwischen Website, PMS und CRM begleiten, und die Inhalte schreiben, die in Kampagnen und Angeboten überhaupt erst funktionieren.

Für die Software selbst arbeiten wir mit Smart Host aus Berlin zusammen. Wer überlegt, ob ein Hotel CRM für das eigene Haus sinnvoll ist, sollte zuerst die Datenlage prüfen, und dabei helfen wir gern. Das kostet weniger Zeit als jede Produktdemo und beantwortet die wichtigere Frage.

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