ChatGPT Marketing: Lohnt sich Werbung in ChatGPT für deinen Betrieb?
Gäste fragen ChatGPT nach Unterkunft und Restaurant, und dort kannst du inzwischen Anzeigen schalten. Für wen sich das lohnt, was es kostet und wie du ohne großes Risiko startest.

Ein Gast tippt in ChatGPT: "Campingplatz an der Ostsee mit Hundestrand, Anfang Juli, zwei Kinder, wir kommen mit dem Wohnmobil." Er bekommt keine Liste mit zehn blauen Links, sondern eine Antwort in ganzen Sätzen, mit zwei, drei Vorschlägen und Gründen dazu. Ob dein Platz darunter ist, entscheidest du nur zum Teil. Es gibt zwei Wege, dort vorzukommen: Du wirst in der Antwort empfohlen, oder du schaltest eine Anzeige. Der zweite Weg ist neu, er ist für Betriebe wie deinen buchbar, und er wirft die Frage auf, die du als Inhaber oder Geschäftsführer ohnehin stellst: Lohnt sich das für uns, was kostet es, und wie fange ich an, ohne Geld zu verbrennen? Dieser Artikel beantwortet genau das, für Campingplätze, Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants.
Zwei Wege in ChatGPT: Empfehlung und Anzeige
Die Antwort von ChatGPT besteht aus dem Text, den das System selbst zusammenstellt. Dort tauchen Betriebe auf, die es für passend hält, und du kannst nicht kaufen, dass du genannt wirst. Darunter kann eine Karte stehen, die mit "Gesponsert" gekennzeichnet ist. Das ist die Anzeige, und sie ist der Teil, den du buchen kannst.

Beide Wege haben ihre Berechtigung, und sie schließen sich nicht aus. Die Empfehlung kostet kein Mediabudget, aber du steuerst sie nur indirekt, über das, was im Netz über dich steht. Die Anzeige kostet Geld, dafür bestimmst du, welches Angebot der Gast sieht und auf welche Seite er danach kommt. Der größte Teil dieses Artikels dreht sich um die Anzeige, die Empfehlung kommt weiter unten.
So funktioniert Werbung in ChatGPT
Die Anzeige erscheint als kleine Karte unter der Antwort, deutlich mit "Gesponsert" beschriftet. Gesehen wird sie nicht von allen Nutzern. Anzeigen bekommen Menschen mit kostenlosem Konto und mit dem Tarif "Go". Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, sieht keine. Auch Nutzer unter 18 Jahren bekommen keine Anzeigen, und bei sensiblen Themen wie Gesundheit, psychischer Gesundheit oder Politik bleibt die Anzeige ganz weg.

Ausgespielt wird nach dem, was im Gespräch steht, dazu nach ungefährem Standort, Sprache und Gerät. Laut Berichten läuft es in Europa zunächst ohne Personalisierung über den früheren Chatverlauf und die gespeicherten Erinnerungen. Ob das so bleibt, kann sich ändern. Suchwörter buchst du nicht. Du beschreibst dein Angebot und die Situation, für die es passt, und das System entscheidet, wann die Anzeige zum Gespräch passt.
OpenAI sagt, dass Anzeigen die Antworten nicht beeinflussen und dass Werbetreibende keine Gespräche sehen, sondern nur gesammelte Zahlen. Das ist die Aussage des Anbieters, eine unabhängige Überprüfung kennen wir nicht. In Deutschland und Österreich ist Werbung seit Ende August 2026 buchbar, selbst über den Werbemanager unter ads.openai.com.
Was anders ist als bei Google Ads
Bei Google tippt der Gast ein Suchwort, etwa "campingplatz ostsee hund", und bekommt eine Liste zum Vergleichen. Du bietest auf dieses Suchwort, deine Anzeige steht in der Liste neben denen der anderen, und der Gast klickt sich durch, bis er etwas findet. Bei ChatGPT führt er ein Gespräch. Er nennt seine Situation, seine Wünsche und den Zeitraum, und die Anzeige trifft ihn mitten in der Planung, an der Stelle, an der er sich gerade entscheidet.

Daraus folgt, worauf es ankommt. Bei Google gewinnt, wer die richtigen Suchwörter trifft. Bei ChatGPT zählt, ob dein Angebot und deine Zielseite eine konkrete Situation klar beantworten. "Platz mit Hundestrand für Familien im Juli, Stellplätze noch frei" ist so eine Antwort. "Willkommen auf unserem Campingplatz" ist keine. Für Anzeige und Zielseite gilt dasselbe: Je genauer sie zur Frage des Gastes passen, desto eher klickt er.
Für wen sich das lohnt und für wen nicht
Am besten passt es zu Betrieben, bei denen der Gast nach dem Klick direkt buchen oder reservieren kann. Dazu kommt ein klares Angebot für eine bestimmte Situation, und die Palette dafür ist breit: Urlaub mit Hund, Familie, Wohnmobil, Tagung, Gruppe, Mittagstisch für Geschäftsleute. Hilfreich ist freie Kapazität in bestimmten Zeiträumen, denn dann hat die Anzeige einen Zweck. Und du brauchst ein Testbudget und eine eingerichtete Messung, sonst weißt du am Ende nicht, was es gebracht hat.
Eher nicht passt es, wenn du keine Online-Buchung hast und Gäste nur per Telefon oder Mail anfragen können, denn dann bricht die Kette nach dem Klick ab. Auch wenn du ohnehin ausgebucht bist, wäre das Geld woanders besser angelegt. Hat deine Website keine eigenen Seiten für einzelne Angebote, landet jeder Klick auf der Startseite und der Gast muss selbst suchen. Und ist kein Budget für einen Test über mehrere Wochen da, bekommst du keine Zahlen, auf die du dich verlassen kannst.

Für Restaurants ist es über den Standort denkbar, etwa bei Fragen wie "Wo kann ich heute Abend in Büsum essen?". Der Gast steht dann schon vor der Entscheidung, die Anzeige muss aber auf eine Zielseite mit Speisekarte und Reservierung führen und klar sagen, was dich an diesem Abend auszeichnet.
Die Vorteile
Der Gast ist in der Planungsphase und hat einen klaren Bedarf, er hat ihn ja gerade selbst formuliert. Noch sind wenige Wettbewerber aus deiner Region dort zu finden, die Karte unter der Antwort ist weniger umkämpft als die Anzeigenplätze bei Google. Statt Suchwörter zu bieten, gibst du Kontext und beschreibst, für wen dein Angebot passt. Die Abrechnung pro Klick ist möglich, du zahlst also für Besuche und nicht für Einblendungen. Und die Anzeige steht genau dort, wo der Gast seine Entscheidung vorbereitet.
Die Nachteile
Erfahrungswerte gibt es kaum. OpenAI veröffentlicht keine Vergleichszahlen, und was Agenturen nennen, streut stark. Die Rede ist von Klickpreisen grob zwischen 1 und 8 US-Dollar und Klickraten von 0,65 bis 4 Prozent. Nimm das nur als Größenordnung, bestätigt ist es nicht, und für Betriebe aus dem Tourismus in Deutschland sagt es noch wenig.
Dazu kommt, dass nur Nutzer mit kostenlosem Konto oder Go die Anzeige sehen. Gäste mit bezahltem Tarif erreichst du darüber nicht. Die Anzeige selbst ist eine kleine Karte mit wenig Platz für Text und Bild, du hast also nicht viel Raum für Überzeugungsarbeit.
Schwierig ist auch die Messung. Du brauchst eine Einwilligung des Gastes, bekommst nur gesammelte Daten, und Besuche aus KI-Diensten lassen sich in den Statistiken oft schwer zuordnen. Mehr dazu im Abschnitt zur Messung.
Hinzu kommt, dass sich die Plattform schnell ändert. Das Kaufen direkt im Chat wurde im März 2026 wieder zurückgefahren, nur als Beispiel dafür, wie schnell sich Funktionen verschieben können. Was heute gilt, kann im Frühjahr anders aussehen. Und manche Nutzer misstrauen gesponserten Treffern in einem Gespräch, das sich für sie wie ein neutraler Rat anfühlt.
Was es kostet
Abgerechnet wird nach Einblendungen (CPM, also Preis pro tausend Anzeigen) oder nach Klicks (CPC). Dazu kann auf Buchungen optimiert werden. Ein offizielles Mindestbudget kennen wir nicht. Um ein Gefühl zu bekommen, hier eine Rechnung, ausdrücklich als Annahme: Du setzt 300 Euro als Testbudget ein, jeder Klick kostet 2 Euro, das sind 150 Besuche auf deiner Zielseite. Davon buchen 2 Prozent, also 3 Gäste. Bei einer durchschnittlichen Buchung von 600 Euro ergibt das 1.800 Euro Umsatz.

Diese Zahlen sind angenommen, um den Rechenweg zu zeigen. Dein Klickpreis, deine Buchungsrate und dein Buchungswert sehen anders aus. Wichtig ist der Maßstab: Lege die Kosten pro Buchung neben die aus Google Ads und deinen anderen Kanälen. Nur wenn ChatGPT dort mithalten kann, ist es eine Option. Ob die Buchung sonst ohnehin gekommen wäre, ist auch bei anderen Kanälen schwer zu sagen.
Messung und Datenschutz
Damit du weißt, was die Anzeige gebracht hat, braucht es zwei Teile. Der OpenAI-Pixel sitzt auf deiner Website und sieht, wer von der Anzeige kommt. Die Conversions API ist die Meldung vom Server, dass eine Buchung stattgefunden hat. Der Pixel braucht in Deutschland die Einwilligung des Gastes (§ 25 TDDDG).
Entscheidend ist ein Punkt, der gern übersehen wird. Der Pixel geht ab Werk von Zustimmung aus. Er muss vor dem Start auf "abgelehnt" gesetzt und erst freigegeben werden, wenn der Gast im Cookie-Banner zugestimmt hat. Ein Banner, das den Pixel nicht kennt, hält ihn nicht auf, und er misst dann ab dem ersten Aufruf. Der Server meldet seinerseits nur Buchungen von Gästen, die eingewilligt haben.

Ohne Messung kannst du nicht beurteilen, ob sich die Anzeige lohnt. Diese Fragen kannst du deiner Agentur stellen:
Startet der Pixel auf "abgelehnt"? Und wird er erst nach dem Klick im Banner freigegeben?
Kennt unser Cookie-Banner den Pixel? Wenn nicht, wird er nicht gesperrt.
Meldet der Server nur Buchungen mit Einwilligung?
Woran sehen wir am Ende, welche Buchung von welcher Anzeige kam? Und was fehlt uns dabei, weil Gäste nicht zugestimmt haben?
So startest du
Eigene Zielseite pro Angebot. Nicht die Startseite. Wer auf "Hundestrand, Juli, Familien" klickt, soll genau das finden: Stellplätze, Preise, Termine, Buchung. Für ein Restaurant ist es die Seite mit Mittagstisch und Reservierung.
Messung mit Einwilligung einrichten. Vor dem ersten Euro Budget, nicht danach. Alles aus dem vorigen Abschnitt gilt, bevor die Anzeige läuft.
Eine Kampagne, ein Angebot, eine Region. Mit Abrechnung pro Klick. So siehst du, was funktioniert, und musst nicht raten, welcher von fünf Bausteinen gezogen hat.
Anzeigentext beschreibt die Situation des Gastes. "Familien mit Hund: Platz direkt am Hundestrand, Juli noch frei" trifft besser als ein Slogan. Der Gast hat im Gespräch genau diese Situation beschrieben, und die Anzeige soll das aufgreifen.
Vier bis sechs Wochen laufen lassen. Dann die Kosten pro Buchung mit denen deiner anderen Kanäle vergleichen. Wer nach drei Tagen urteilt, urteilt auf zu wenig Daten.

Auch ohne Anzeige in ChatGPT vorkommen
ChatGPT sucht für viele Fragen im Web. Was du dafür tun kannst, ist unspektakulär, und das meiste davon lohnt sich auch ohne ChatGPT. Auf deiner Website stehen klare Fakten: Preise, Ausstattung, Hunde, Anreise, Öffnungszeiten. Die Angaben sind überall gleich, auf der Website, in Verzeichnissen und bei Google. Bewertungen und Erwähnungen auf anderen Seiten stützen das Bild. Wie ChatGPT im Einzelnen auswählt, legt OpenAI nicht offen. Gute, eindeutige Informationen über deinen Betrieb helfen aber in jedem Fall.
Große Portale und Hotelketten haben inzwischen eigene Apps in ChatGPT. Für kleine Betriebe ist das noch kein Thema. Auch die Portale sind für viele Betriebe ein sinnvoller Weg, und die Frage ist eher, wie du daneben mit deiner eigenen Website sichtbar bleibst. Wie das über ChatGPT hinaus aussieht, steht in unserem Artikel SEO, GEO und KI im Tourismus.
Wie wir das bei der Kogge machen
Wir bauen die Zielseite für dein Angebot, richten die Messung mit Einwilligung ein und starten mit einem kleinen Testbudget. Nach einigen Wochen werten wir aus, was eine Buchung gekostet hat, und legen das neben deine übrigen Kanäle. Lohnt es sich bei dir nicht, sagen wir dir das, und du gibst das Geld nicht für einen Kanal aus, der nicht zu deinem Betrieb passt. Wenn du wissen willst, ob ein Test für dich Sinn ergibt, sprich uns an.
Artikel
ChatGPT Marketing: Lohnt sich Werbung in ChatGPT für deinen Betrieb?
Kategorie: Online-Marketing
Erschienen: 17. Oktober 2026
Lesezeit: 9 min
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